Eine Reise zum Ursprung - Fair Einkaufen in Indonesien

Seit Jahren besuchen wir von Fair Einkaufen die Herkunftsländer unserer Spezialitäten aus Fairem Handel. Von Teeplantagen in Indonesien, über Weinbauregionen in Südafrika und Argentinien bis hin zum Kaffee- und Kakaoanbau in Ecuador können wir persönliche Erlebnisse berichten. Lassen Sie sich vom Fairen Genuss begeistern und gewinnen Sie jetzt ein gratis Schoko-Geschenkset!

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Vom traditionellen Teeanbau bis hin zum teuersten Kaffee der Welt - Unsere Reise durch Indonesien

Knapp vier Wochen sind seit dem Beginn unserer Reise nach Indonesien vergangen. Ein langer Flug und die Aussicht auf drei abenteuerliche Wochen standen und bevor. Bereits vor Reiseantritt standen die landwirtschaftlichen Spezialitäten Indonesiens bei uns ganz oben im Programm. Zu unserer Überraschung entdeckten wir neben traditionellen Anbaugebieten von Tee und Kakao auf Java und Lombok auch den teuersten Kaffee der Welt. Dessen Zubereitung ist mehr als fragwürdig, aber dazu später mehr...  

Traditioneller Tee-Anbau in Lembang auf Java

Direkt nach unserer Ankunft in Jakarta haben wir uns auf den Weg nach Osten Richtung Bandung gemacht. Ziel unserer Weiterreise war die in ca. 800m Höhe gelegene Stadt Lembang, die für großflächigen Teeanbau bekannt ist. Ganz in der Nähe finden sich auch heiße Quellen und mehrere kleine Vulkane mit Kraterseen. Eine Region mit deutlich milderem Klima als Jakarta, was direkt auf Meereshöhe liegt. Daher auch ein beliebtes Ausflugsziel für viele Hauptstädter am Wochenende. Besonders reizvoll an Lembang sind neben der Vielzahl an Teeplantagen vor allem der Gemüseanbau, der sich schier endlos auf den sanften Hügeln um die Stadt herum erstreckt.

Am Tag nach unserer Ankunft hatten wir dann die Gelegeheit eine traditionelle Teeproduktion zu besuchen. Umringt von zahlreichen Teesträuchern befindet sich eine seit 1937 bestehende Produktionsanlage, die auf die Herstellung von schwarzem Tee spezialisiert ist. Unser erster Eindruck war ein sehr idyllischer. Viele Mitarbeiterinnen waren mit dem Pflücken der frischen Triebe in den Plantagen zugange. Eine Arbeit die nach wie vor von Hand erledigt werden muss. Dabei gilt: Die zwei jüngsten Blätter und der frische Trieb werden von den hüfthohen Teesträuchern gepflückt und anschließend entweder zu schwarzem oder grünem Tee weiterverarbeitet. Eine Besonderheit stellt der weiße Tee dar. Für diese Teesorte wird ausschließlich der frische Trieb verwendet, wodurch dieser Tee bedeutend teurer ist.

Nach der Ernte gelangen die Teeblätter in eine Trocknungsanlage. Dort werden diese mithilfe von heißer Luft vorgetrocknet und gereinigt. Direkt im Anschluss findet je nach Teesorte ein Mischvorgang und das Zerkleinern der Teeblätter statt. Ein Mitarbeiter der Produktionsfirma führte uns zu jedem einzelnen Verarbeitungsschritt und erklärte uns die Zusammenhänge, insbesondere die Unterschiede zwischen der Herstellung von schwarzem und grünem Tee. Da für beide Varianten ein und dieselben Teeblätter verwendet werden, unterscheidet sich natürlich die Verarbeitung. Wir hatten Glück, dass wir uns die Produktion von schwarzem Tee ansehen konnten, da hier ein zusätzlicher Fermentierungsvorgang stattfindet. Nach diesem Hitzeschock für die zerriebenen Teeblätter erfolgt eine Sortierung nach Farbe, Reinheit und Qualität, ebenfalls ein sehr aufwändiger Schritt. Zu guter letzt wird der Tee in großen Gebinden verpackt und für den Versand vorbereitet.

Tee-Lembang

Im Anschluss an die Führung durfte eine Verkostung natürlich nicht fehlen. Ganz im Gegensatz zu unseren Trinkgewohnheiten beim Tee wird in Indonesien natürlich kein Teebeutel verwendet. Hier werden die Teeblätter direkt in die Tasse gegeben und mit kochendem Wasser übergossen. Nach einigen Minuten sinken die Blätter bis auf den Boden der Tasse ab und der Tee kann getrunken werden. Wir probierten unterschiedliche Schwarztee-Sorten aus und waren überrascht welch mildes Aroma einige davon besitzen. 

Nach diesem interessanten Besuch in Lembang stand wenige Tage darauf die Stadt Yogjakarta auf unserem Programm. Dort lernten wir den teuersten Kaffee der Welt namens "Kopi Luwak" kennen.

Kopi Luwak - Die fragwürdige Herstellung des teuersten Kaffees der Welt

Ins Deutsche übersetzt bedeutet Kopi Luwak soviel wie "Katzenkaffee". Tatsächlich spielt bei der Herstellung dieses Kaffee eine asiatische Schleichkatze eine wichtige Rolle. Nach der Ernte der reifen Kaffeekirschen werden die Katzen mit diesen gefüttert. Der Hersteller berichtete uns, dass durch den Verdauungsprozess der Katzen sowohl eine Fermentierung der Kaffeebohnen, als auch ein Abbau von Bitterstoffen und Koffein stattfindet. Da die Katzen ausschließlich mit Früchten und Kaffeekirschen gefüttert werden, sind deren Ausscheidungen geruchsneutral. Diese enthalten natürlich die Kerne der Kaffeekirschen, sprich die Kaffeebohne. Nach mehreren Waschvorgängen werden die Kaffeebohnen etwa eine Woche lang in der Sonne getrocknet. Anschließend wird zunächst von Hand die Schale entfernt, um die Bohne letztlich ca. eine Stunde lang zu rösten. Dieser aufwändige Herstellungsprozess führt natürlich zu dem exorbitant hohen Preis. Uns wurde eine 50g Packung für stolze 12€ angeboten.

Bei genaueren Nachfragen zur Haltung der Schleichkatzen, die in relativ kleinen Käfigen gehalten wurden, versicherte man uns, dass diese Tiere auf den Kaffeeplantagen natürlich im Freien gehalten werden. Hier ist ein gesundes Misstrauen aber wohl angebracht, zumal eine ganze Reihe an Berichten existieren, die das genaue Gegenteil beschreiben. Ebenfalls aufgefallen ist uns die große Bekanntheit dieses Kaffee in Indonesien. Auf großen Werbeplakaten, im Fernsehen, und sogar im Flugzeug wurde dieser Kaffee beworben. Bei dieser großen, teilweise industriellen Nachfrage kann eine artgerechte Tierhaltung stark bezweifelt werden. 

Uns konnte die Herstellung des Kopi Luwak somit nicht überzeugen. Abgesehen von diesem "Spezialitätenkaffee" ist Indonesien jedoch eines der bedeutendsten Ländern im Kaffeeanbau. Nach Brasilien und Vietnam rangiert Indonesien international auf Platz drei beim Anbau und Export der Bohne. Ein Großteil besteht jedoch nicht aus den hochwertigeren Arabica-, sondern aus Robusta-Bohnen.

Kakao-Anbau bei den Sasak auf Lombok

Zu guter Letzt besuchten wir eine traditionelle Sasak-Siedlung auf Lombok, die neben Tabak und Reis vor allem Kakao verarbeiten. Die Sasak sind eine ethnische Minderheit in Indonesien, die vor allem auf Lombok beheimatet sind. Dort konnten wir uns von einem Einwohner der Siedlung die einzelnen Verarbeitungsschritte hautnah erklären lassen. Zunächst wurden uns die unterschiedlichen Kakaobäume vorgestellt, die in der Nähe des Vulkans Rinjani wild verstreut im Dschungel wachsen. Stets unter einem dichten Blätterdach gut vor der Sonne geschützt, reifen die Kakaofrüchte bis sie eine gelbe oder rote Farbe annehmen.

Kakao-Sasak

Nach der Ernte werden die Kakaobohnen in der Sonne getrocknet, jedoch natürlich nicht zu Schokolade verarbeitet. Die relativ kleinen Mengen sind nicht für den Export bestimmt, sondern verbleiben in den Dörfern und werden für ganz unterschiedliche Zwecke verwendet. Teilweise vermischt man die Kakaobohnen sogar mit Kaffeebohnen und braut daraus ein Heißgetränk. Beeindruckend in dem Sasak-Dorf war für uns der Einklang mit der Natur. Jede Pflanze erfüllte seinen ganz bestimmten Zweck. Die Bewohner wussten sehr genau über den Nutzen jeder Pflanze bescheid und halten die Umwelt intakt. Und das ohne wahrscheinlich jemals etwas über "Nachhaltigkeit" oder "Bio-Anbau" gehört zu haben.

Zusammenfassend hat es uns sehr gefallen die natürliche Seite Indonesiens zu sehen. Das wichtigste landwirtschaftliche Produkt ist neben den hier beschriebenen natürlich der Reis. Auf unserer Reise durch Java, Bali und Lombok haben wir unglaublich viele Reisterassen gesehen. Es ist schlichtweg das Grundnahrungsmittel Nummer eins in Indonesien. 

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